Dienstag, 29. März 2016

update



Sanibonani!

Das mit dem Internet hier ist immer noch so eine Sache, aber ich will mich ja nicht beklagen. Gerade bin ich bei Freunden deren Internet ich benutzen darf, das ist schon was Feines und nicht die Selbstverständlichkeit hier :P
Ich würde euch alle auch gerne regelmäßiger auf dem Laufenden halten, aber ich weiß auch irgendwie nie so ganz worüber ich schreiben soll, wahrscheinlich weil das alles hier schon so selbstverständlich für mich geworden ist!!(Also bitte, stellt mir supergerne Fragen die euch interessieren.) In der letzten Zeit hat sich aber doch einiges getan.
Ende Februar sind meine Eltern zu Besuch gekommen, was einerseits irgendwie merkwürdig ( :D), aber doch schön war. Es war schön, dass ich ihnen das Land, was echt zu meiner zweiten Heimat geworden ist zeigen konnte, dass sie sehen konnten wo ich wohne und arbeite und auch einige meiner Freunde kennengelernt haben. Merkwürdig war es, dass ich schon einen Vorgeschmack des Kulturschocks, der mich wahrscheinlich zurück in Deutschland erreicht bekommen habe. In ihrer zweiten Woche hier in Südafrika waren wir nämlich zusammen in Cape Town, was wirklich eine wunderschöne Stadt ist, und sehr multikulturell geprägt ist.
Das Schlimmste war aber, dass ich mich zum ersten Mal hier in Afrika wie ein Tourist gefühlt habe.
Versteht mich nicht falsch, es ist absolut nichts Schlimmes dabei ein Tourist zu sein! Normalerweise werde ich hier aber nicht so behandelt, weil ich auch versuche, mich anzupassen, fließend Englisch und ein bisschen Zulu spreche und Empangeni ja jetzt auch wirklich keine Tourihochburg ist. In Cape Town allerdings wurde ich dann unter Anderem durch unseren Mietwagen, die Touristenoutfits (von Tevasandalen über Trekkinghemd und Rucksack) und das sporadische Englisch meiner Eltern „enttarnt“. Die Menschen fingen an, auch mit MIR langsames Englisch zu reden weil sie dachten ich würde sie nicht verstehen, auch auf den Märkten wurden mir viel zu hohe Preise angeboten. (Als ich dann ein längeres Gespräch mit einem Verkäufer hatte und ihm erzählt habe, dass ich aus Empangeni komme, ist er direkt um die Hälfte! mit dem Preis runtergegangen. Soviel dazu :D)
Aber es war in Ordnung und trotzdem eine super schöne Woche, ich hänge ein paar Bilder an. IMG_0082 IMG_0128 IMG_0033 IMG_0216 IMG_0281 IMG_0356 IMG_0499 IMG_0577 IMG_0735 IMG_0769 IMG_9932 IMG_9949 J
Besonders genossen habe ich die Möglichkeit, FREI und ALLEINE über die Straßen bummeln zu können, das ist für uns in Empangeni leider nicht möglich. Auch hat mich die Vielfalt von Cafés, Bars und Bäckereien in Cape Town beeindruckt, die für Europa normalerweise typisch, aber für Südafrika eher untypisch ist. (Das Beste war natürlich dass es fast an jeder Ecke veganes Essen gab. Wenn du hier in Empangeni in nem Cafe nach Sojamilch fragst gucken die dich an wie ein Auto :D )
Ich habe in der Cape Town Woche aber auch einfach gemerkt, dass ich sehr viel sparsamer geworden bin als früher. Shoppen zum Beispiel hat mir überhaupt keinen Spaß mehr gemacht, ganz ehrlich da kommen Touristenmassen aus aller Welt nach Südafrika und das Erste was die machen ist erstmal fett Shoppen zu gehen? Im Ernst? Diese Haltung die ich bei manchen Touris beobachtet habe hat mich einfach nur angewidert.
Nachdem ich dann wieder zuhause war, haben sich in meinem Arbeitsalltag einige Änderungen ergeben. Momentan gibt es bei Ikhaya nämlich einen Ausfall, also musste ich einspringen und für ein paar Wochen den Job übernehmen – das heißt ich arbeite jetzt momentan als Caregiver.
Ich arbeite momentan jetzt also schichtweise – zwei Tagesschichten und zwei Nachtschichten die Woche, und übernehme Hausmutterähnliche Aufgaben wie Waschen, Kochen und Putzen.
Anfänglich stand ich dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber, vor allem weil meine Schichten eigentlich immer aufs Wochenende fallen – und die Leute, mit denen ich normalerweise etwas unternehme, dann unter der Woche, wenn ich frei hab arbeiten. Inzwischen mache ich das ja jetzt auch schon seit Anfang März und sehe diese Möglichkeit mittlerweile als sehr positive Lernerfahrung an, von der ich nur profitiere. Also klar, jeder der schon mal in Schichten gearbeitet hat weiß, wie blöd das sein kann. Mein Körper ist total durcheinander, ich bin dauerhaft müde und habe einfach keinen Appetit. Es hat sich aber als unglaubliches Geschenk herausgestellt, nochmal auf einer ganz anderen Ebene mit den anderen Caregivern und auch den Kindern zusammenzuarbeiten! Und ich denke, ich bekomme einen ganz guten Einblick darin, wie es ist, Mutter zu sein. (Nur dass ich dann höchstwahrscheinlich nur 3 Kinder haben werde und nicht 15. :D )
Vor Kurzem kamen dann Sarahs Schwestern, mit denen ich auch gut befrendet bin, und ihre Mutter zu Besuch, darüber habe ich mich auch sehr gefreut. Zusammen waren wir unter Anderem im Hluhluwe Umfolozi Game Park, also einem Wildpark. Dieser Trip verlief sehr abenteuerlich, nach kompletter Orientierungslosigkeit weil wir keine Karte hatten, haben wir uns dann noch einen platten Reifen zugezogen :D Wir haben aber alles mit viel Nervenlakritze gut überstanden und hatten uns die Pizza am Abend dann redlich verdient. Das Schönste am Tag war aber, dass ich einen Elefanten gesehen habe! Ich wollte unbedingt einen sehen und wir haben alle möglichen Tiere zu Gesicht bekommen, Zebras, Nashörner, Antilopen, „Pumba-Schweine“ .. aber keinen Elefanten L Und ich hab einfach so gehofft und dafür gebetet einen Elefanten zu sehen, und da stand er dann! Direkt am Straßenrand, wunderschön und riesengroß – und als wäre er extra für mich da!! Das war so schön das könnt ihr euch gar nicht vorstellen IMG_20160319_091737_1 IMG_20160319_124100 IMG_20160319_083537 IMG_20160317_181654 :)


Entschuldigt, dass mein Geschreibsel jetzt etwas wirr war - das liegt daran, dass ich mittlerweile mehr im Englischen als im Deutschen drin bin und das jetzt alles einfach runtergeschrieben habe, also bitte entschuldigt eventuelle Grammatik- und Kommatafehler!

1 Kommentar:

  1. Deine Arbeit hört sich total interessant und auch anspruchsvoll an! Mir ging es genau so als ich Cape Town besucht habe. Dieses Gefühl als Tourist wahrgenommen zu werden fand ich total schrecklich. Die Stadt ist wunderschön aber es ist nicht das Südafrika das ich liebe.
    Hab noch eine tolle Zeit :)

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